Auszeichnung für internationale Berufsausbildung
Anita Urfell (3.v.l.) von der Handwerkskammer Münster überreicht Geschäftsführer Carsten Schemberg (l.) eine Urkunde als Auszeichnung für den Einsatz für eine internationale Berufsausbildung. Über die Auszeichnung des Mettinger Betriebes freuen sich Produktionsleiter und Ausbilder Clemens Meyer zu Allendorf (v.r.) Geschäftsführerin Rosemarie Schemberg und Personalleiterin Kirstin Rakers (2.v.l.). (Foto: Oliver Langemeyer)
Handwerk in Mettingen spricht eine Sprache
Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung vom 09.03.2011
Mettingen. Notfalls nahmen die Auszubildenden Hände und Füße zur besseren Verständigung. Vier Tischler-Lehrlinge des Mettinger Unternehmens Theodor Schemberg Einrichtungen GmbH verbrachten drei Wochen ihrer Ausbildung im Ausland. Steffen Horstmann und Benedikt Garzke waren in einem Betrieb in Irland, Marcello Laveneziana und Tobias Meister arbeiteten für eine Firma in Frankreich.
Für den mehrfachen Einsatz der Firma Schemberg für eine internationale Berufsausbildung überreichte die Leiterin der Kontaktstelle „Ausland“ der Handwerkskammer Münster, Anita Urfell, am Mittwochmorgen den Geschäftsführern Carsten und Rosemarie Schemberg eine Urkunde der Handwerkskammer. Denn beim Auszubildenden-Tausch auf europäischer Ebene nahm das Unternehmen, das sich unter anderem auf Ladenbau spezialisiert hat, zwei Lehrlinge aus Frankreich für sechs Wochen bei sich auf.
Natürlich gebe es zunächst eine Sprachbarriere, sagt Anita Urfell. Vor allem in Frankreich sei es oft etwas schwieriger für die jungen Leute. Diese Probleme ließen sich aber erfahrungsgemäß schnell lösen. „Letztlich verständigt man sich über das Handwerk als gemeinsame Sprache“, erläutert Urfell.
„Ein solcher Austausch erweitert den Horizont ungemein“, sagt Carsten Schemberg. Aufgrund der internationalen Vernetzung durch Computer glaube man zwar, in Europa gebe es viel Kontakt untereinander. Das stimme aber nicht. Deshalb ermögliche ein solches Austauschprogramm den Lehrlingen, die Kultur in anderen Ländern richtig kennenzulernen.
Bei dem Austausch gehe es für die jungen Menschen vor allem darum, sich unbekannten Situationen zu stellen. Urfell: „Wir brauchen im Handwerk junge Leute, die sich was trauen.“ Da sei ein Perspektivwechsel oft sehr hilfreich. Zumal in den Betrieben in Frankreich vieles anders sei. So gebe es dort im Vergleich zu Deutschland eher kleinere, oft spezialisierte Unternehmen.
„Ich kann das jedem nur empfehlen“, sagt Steffen Horstmann. Der Auszubildende war für drei Wochen in Irland. Die vier Lehrlinge haben die Erfahrungen ihres Auslandsaufenthalts bei einer Präsentation vorgestellt. Dabei berichteten sie unter anderem über den Maschinenpark und über Methoden des Möbeltransports, erzählt Personalleiterin Kirstin Rakers.Das Fazit ihrer Einblicke in die Unternehmen in Frankreich und Irland lautete: Die Ausbildung in Deutschland könne sich im internationalen Vergleich durchaus sehen lassen.
Die Vermittlung des Lehrlings-Austausches und die Beratung hat die Handwerkskammer übernommen. Mit dem Angebot eines solchen Austausches habe sie bei Schemberg offene Türen eingerannt, sagt Anita Urfell. Und es sollen nicht die letzten Auszubildenden gewesen sein, die eine Möglichkeit zu einem mehrwöchigen Arbeitsaufenthalt im Ausland bekommen.
Aus der Ibbenbürener Volkszeitung vom 09.03.2011
VON OLIVER LANGEMEYER, IBBENBÜREN
