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Breitband@Mittelstand in Mettingen – Carsten Schemberg im Interview

Am Mittwoch, den 27.02.2019, besuchte das Infomobil des Breitbandbüros des Bundes (BBB) SCHEMBERG im Rahmen der Info-Kampagne Breitband@Mittelstand des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Anlass der Aktion war, herauszufinden welche Bedeutung der Breitbandausbau für Unternehmen hat und wie dieser die Digitalisierung in Unternehmen unterstützt, was sich dadurch verändert und verbessert hat.

Die Informationskampagne verdeutlicht Unternehmen den Nutzen der Gigabit-Infrastruktur, indem sie aktuell und praxisnah über die absehbaren digitalen Anwendungen von morgen informiert. Sie unterstützt die rechtzeitige Auseinandersetzung mit den Potenzialen der Digitalisierung und den Anforderungen an die digitalen Infrastrukturen.
Herzstück der Veranstaltung ist das Informationsmobil. Es ist ausgestattet mit Beispielen zu digitalen Anwendungen und bietet Informationen rund um den Ausbau des Breitbandnetzes und digitale Geschäftsfelder, die sich insbesondere für KMU eröffnen. Anhand konkreter Anwendungsbeispiele wie einem Telepräsenzroboter, einem 3D-Drucker oder VR-Brillen zeigt es auf, wie die Digitalisierung Kommunikation, Geschäftsmodelle und Produktionsprozesse künftig verändern wird.

 

Breitbandbüro des Bundes: Sie bieten unter anderem digitalbasierte Ladenbaukonzepte an, wie die Einbindung von Touchscreens oder Augmented Reality-Anwendungen. Für die Läden welcher Branchen eignen sich diese Konzepte besonders?
Carsten Schemberg: Die Digitalisierung betrifft alle Branchen, da es sich um eine Technologie handelt, die alle Bereiche des täglichen Lebens mehr oder minder betrifft. Ob und wie ein Händler sein Geschäft digitalisiert, hängt von vielen Faktoren ab: dem Produkt, der Positionierung der Marke, dem Kundenbindungskonzept, dem Alleinstellungsmerkmal etc. Die Digitalisierung ist am Point of Sale eine von vielen Möglichkeiten, das Produkt und die Marke so zu inszenieren, dass der Kunde die Vorteile und Unterschiede der Produkte erkennen und bewerten kann. Digitalisierung im Einzelhandel muss für den Kunden einen wirklichen Mehrwert bieten, zum Beispiel Informationen liefern, die der Kunde noch nicht hatte oder die Emotion zur Marke verstärken. Schemberg plant und entwickelt daher „Digitale Mehrwertkonzepte“, die zur Zielgruppe und zum Produkt passen: Zum Beispiel kommen für Gamer eher „Spielwelten“ zum Einsatz, für beratungsintensive Produkte umfangreiche Konfiguratoren, für das reine Image riesige Videowände auf denen exklusiver Content gezeigt wird oder für die Stimmung „digitale Wasserfälle“ über mehrere Etagen.

BBB: Welche Bedeutung hat der Breitbandausbau für Ihr Unternehmen?
Schemberg: Durch den Breitbandausbau in Mettingen und in unserem zweiten Standort in Ibbenbüren haben wir eine gesicherte Vernetzung der Standorte und können das ERP-System zu Steuerung unseres Lagers sowie nützliche Apps schnell und effizient nutzen. Unsere Mitarbeiter können nun wesentlich einfacher mobil arbeiten und beim Kunden erfasste Daten sofort online speichern. Zudem sind Videokonferenzen seit einiger Zeit fast zur Selbstverständlichkeit geworden und konnten vorher nur über 4G durchgeführt werden. Der Breitbandausbau sorgt für einen schnelleren Datenaustausch zwischen uns und unseren Kunden oder Lieferanten. Große digitale Entwürfe in Form von CAD-Zeichnungen sowie Präsentationen oder Filme von Geschäften können endlich schnell übertragen werden.

BBB: Wagen Sie einen Ausblick: Wie wird sich die Ladengestaltung im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung zukünftig weiterentwickeln? Welche neuen Konzepte werden möglich sein?
Schemberg: Es wird weiterhin lokale Geschäfte geben. Nicht wenige werden sich auf den persönlichen Kontakt zum Kunden konzentrieren und die Digitalisierung eher auf die Bezahltechniken beschränken. Der Kunde kann sich schon jetzt scannen lassen, maßgeschneiderte Kleidungsstücke online ordern, in Spiegeln virtuell Kleidungsstücke probieren, online Brillen ausprobieren etc. Doch je technisierter das Leben wird, desto mehr steht der menschliche Kontakt und das persönliche Erlebnis im Vordergrund. Wenn der Einkauf trübe, freudlos und bedrückend ist, wird der Kunde sich lieber alles liefern lassen. Wenn der Kunde in stimmungsvoller Umgebung entdecken, probieren, stöbern, erleben kann und freundlich behandelt wird, wird dieser auch in der Zukunft gern analog shoppen gehen. Der Einzelhandel wird sich weiter durch die Digitalisierung verändern, ist aber im Vergleich zu anderen Lebensbereichen schon weit mit der Digitalisierung vorangeschritten. Dies geschah vor allem durch den frühzeitigen „Druck von außen“ etwa durch Amazon oder Ebay, die den Einzelhandel schon viel früher als andere Bereiche des täglichen Lebens zum Handeln gezwungen haben.

BBB: Bitte vervollständigen Sie den Satz: Digitalisierung bedeutet für uns…
Schemberg: …auf der globalen Landkarte vorhanden zu sein.
…direkt mit allen Kunden verbunden zu sein.
…dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter jederzeit und von überall auf die Informationen zugreifen kann, die zur Erfüllung des Kundenwunsches erforderlich sind.
…keine Papiersammlungen mehr, das papierlose Büro und die papierlose Fertigung.

(Quelle: Breitbandbüro des Bundes)



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