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Mit SCHEMBERG nach Tokio

dlv-Tour in ein Shopping-Mekka

Bei Kenzo setzt man auf einheitliche Farbgestaltung bei unterschiedlichen Materialien. Besonders gelungen ist auch die Deckengestaltung.

 

Trend-Bericht Tokio: Waren-Inszenierung vom Feinsten

Puristische Ästhetik und hochtechnisierte Welt auf der einen Seite, jahrhundertealte Traditionen und japanische Exotik auf der anderen – Tokio ist ein Schmelztiegel der Gegensätze und bringt auf diese Weise in einer unvergleichlichen Dichte internationale Trends hervor, auch im Ladenbau. Der dlv machte nun nach New York, London und Las Vegas mit seinem Tour-Format Halt in Tokio.

Als größte Metropolregion der Welt ist Tokio eine Stadt der Superlative. Das betrifft Architektur, Gastronomie, Einwohnerzahl, Technisierung und auch die Retail-Szene. Von der Luxusmeile Ginza-Chuo Avenue über den exklusiven Einkaufsboulevard Omotesando bis hin zum geschäftig-coolen Viertel Shibuya – die dlv-Tour-Teilnehmer erkundeten vom 29. August bis zum 1. September 2018 eine magische Welt.

Luxus und hipper Lifestyle im harmonischen Fluss

Dabei waren es genau diese Gegensätze, die die Tour mit einem idealen Mix aus Innovation und Tradition, aus Luxus und Lässigkeit würzten. Tokio bietet sowohl junge als auch traditionelle Malls und einen innovativen Einzelhandel.
In Midtown und Omotesando/Aoyama übertreffen sich berühmte japanische und auch international renommierte Architekten mit aufsehenerregenden Bauten für Luxuslabels wie Prada oder Coach. Jüngstes Juwel ist auf der Ginza das GSIX, welches sich zum Ziel gesetzt hat, das erste 6-Sterne-Haus weltweit zu werden. Nach der Eröffnung im April 2017 kamen innerhalb von 18 Tagen 1,5 Millionen Besucher, um den Luxustempel zu bestaunen, im Dior-eigenen Café einzukehren oder auf dem Dachgarten zu entspannen.
Im Kontrast dazu stehen die vielen hippen Läden und Malls für junge Fashionistas, wie das Laforet oder die Modi-Mall in Shibuya. Entlang der Meiji Dori und der Cat Street gibt es eine Vielzahl an überraschenden Stores, wie z.B. Opening Ceremony, der mit vielen verschieden gestylten Bereichen aufwartet und 2013 von einem amerikanischen Magazin unter die vier besten Läden der Welt gewählt wurde.

Die Ware ist Königin

Im Fokus der Beobachtungen standen nicht nur Shop-Design und Retail-Architektur, sondern auch Materialien, Digital Signage, Cross-Channel- Konzepte, Visual Merchandising und Nachhaltigkeit. Die liebevolle Inszenierung der Waren, ja, geradezu Detailverliebtheit ist der auffälligste Trend. Dabei wirken manche Läden, beispielsweise die des japanischen
Avantgarde-Labels Comme des Garçons, wie eine Kunstinszenierung, in die sich sogar die Verkäufer einfügen, indem sie die Kleidung der Marke auch selbst tragen. Das ist nicht nur dort so. Viele Läden präsentieren sich auf diese Weise aus einem Guss. Insgesamt fällt auf, dass Service groß geschrieben wird. Schon in winzigen Läden sind nicht selten vier Verkäufer zur Stelle, deren Freundlichkeit unübertroffen ist.
Die Kombination von verschiedenen Materialien wird genutzt, um Stores besonders spannend zu gestalten. Die Mall Laforet mit ihrem Mix aus Stein, Glas und Beton, daneben lederne Sitzgarnituren, eine Screen-Wall und Vintage mit hochwertigen Materialien ist ein auffälliges Beispiel dafür. Läden mit unterschiedlichen Produkten pflegen hier auch unterschiedliche Styles unter einem Dach.

Treppauf – treppab

Besonders einprägsam waren die Treppenaufgänge, die in vielen Läden und Malls aufwendig inszeniert sind. Wanddekoration und Malerei oder Visuals sind dabei noch nicht einmal die aufregendsten Gestaltungselemente.
Im GSIX wird der grandiose Treppenaufgang von zwei gegensätzlichen Installationen eingerahmt: Auf der einen Seite zieht sich eine begrünte Wand entlang der Treppe und holt so ein Stück Natürlichkeit des Dachgartens ins Innere der Mall. Auf der anderen Treppenseite: Hightech. Eine Screen-Wall bildet einen Wasserfall ab, der vom Dach aus bis
ins Erdgeschoss des Centers fällt.
„Wir haben sehr viele verschiedene Facetten von Ladenbau gesehen“, so Carsten Schemberg, Vizepräsident des dlv. „Am meisten in Erinnerung geblieben ist das stimmige und perfekt inszenierte Visual Merchandising. Durch die Store-Tour wurde deutlich, dass der Tokioer Ladenbau besonders designorientiert und detailverliebt ist. Besonders überzeugt haben der hohe Grad an Service und das sehr gut geschulte Personal.“
Zum vierten Mal war der dlv nun schon international auf Tour, immer auf den Spuren der neuesten Design- und Retail-Trends. Nach New York, London, Las Vegas und nun Tokio darf man gespannt auf das nächste Ziel sein. Auf jeden Fall lohnt es sich, den asiatischen Raum weiterhin inden Fokus zu nehmen.

Quelle: dlv – Netzwerk Ladenbau e.V. | INSIDER 55

Für weitere Informationen zum dlv klicken Sie hier: dlv



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